Fuji X-T2 Zusatzhandgriff MHG-XT2 „Large“

Als ich begonnen habe mit dem Fuji X-System zu fotografieren, war für mich (wie bei allen vorherigen Systemen) klar, daß zu der X-T1 auch ein Batteriehandgriff angeschafft wird. Diesen habe ich an der X-T1 auch eine Zeit lang benutzt. Allerdings hat mich da schon gestört, daß ich durch diesen Batteriehandgriff die Kompaktheit des Systems zum Teil wieder zunichte mache. Und das war ja „einer“ der Gründe, warum ich dieses System angeschafft habe. Jetzt gab/gibt es bei der X-T1 als Zubehör neben diesem Batteriehandgriff (VG-XT1) auch drei verschiedene Griffverlängerungen, die man unter die Kamera schrauben kann. Zwei davon besitzen einen unterschiedlich stark ausgeformten Griff für die Finger. Der Vorteil bei diesen Griffen ist, daß sie schon eine integrierte Befestigung für das Schnellwechselsystem nach Arca-Swiss-Befestigung haben.

Dazu sei nur mal so als Zwischenbemerkung gesagt, daß dieses sogenannte „ARCA-SWISS-System“ keine Norm ist. Es gibt für alles mögliche DIN und ISO-Normen, diese Befestigung von Arca-Swiss gehört nicht dazu. Nur war dieser Hersteller quasi der Erste, der ein solches System mit diesen Abmessungen auf den Markt brachte und sich durchgesetzt hat. Seit Jahren wird nun diese Schwalbenschwanz-Befestigung von Arca als „Standard“ bezeichnet und unmengen von Herstellern halten sich bei ihren Produkten in etwa an diese Maße.

Jetzt wieder zu den Zusatzgriffen; Am besten hat mir der Zusatzhandgriff „MHG-XT Large“ gefallen. Er hat das größte Griffstück. Seit dieser an der X-T1 befestigt ist, hat die Kamera nie wieder einen Batteriehandgriff gesehen.

Mit der Anschaffung der X-T2 stand ich wieder vor dem gleichen Problem. Bei diesem Gehäuse gab/gibt es allerdings nur entweder einen noch etwas größeren Batteriegriff oder den Zusatzhandgriff mit dem „kleinen“ Griffstück (MHG-XT2). Diese Griffschiene bekommt man für etwa 115 €, stellt mich aber nicht wirklich zufrieden. Jetzt brachte ein Hersteller der freundl. Chinesen einen Nachbau eben dieses für (mich zu kleinen) MHG-XT2 auf den Markt. Der MEIKE MK-XT2G sieht praktisch genauso aus wie der Originale, lässt sich auch ohne Inbusschlüssel montieren, hat die gleichen Vorzüge und ist für ca 45€ zu bekommen. Der einzige Unterschied: beim Original ist das Griffstück gummiert, beim Nachbau aus Vollkunststoff.

Montiert an der X-T2 sieht das dann so aus:

Das war jetzt aber „nur“ die Griffschiene mit dem kleinen Griffstück und eine Ausführung mit einem großen Griffstück ist nicht in Sicht. Da aber bei mir schon wärend des Kauf’s der MEIKE-Griffschiene eine gewisse Bastelidee im Hinterkopf schwelte, war das nur kurz ein Problem. Ich erinnerte mich dunkel an die selbstaushärtende Gummimasse von Sugru. Diese gibt es in allen möglichen Farben, verschieden abgepackten Mengen und ist für alle möglichen Anwendungen geeignet. Also eine Packung mit 8 Tütchen Sugru bestellt. Nun das Kameragehäuse und den Handgriff jeweils an den neuralgischen Stellen mit Malerkrepp abgeklebt. Gehäuse und Griff deshalb separat angeklebt, weil ja der Griff später wie der Original auch jederzeit abnehmbar sein soll. Den Griff außerdem mit Kreppband sauber bekleben, weil diese eine klebende Unterlage für die später aufgetragene Gummimasse ergibt und dennoch jederzeit bei nichtgefallen des Ergebnisses die ausgehärtete Gummimasse rückstandsfrei entfernbar ist. Für das Ausformen des Griffstücks braucht man etwa 7 der 8 Tütchen Gummimasse. Den Inhalt der 7 Tütchen zusammenbringen und mehrere Minuten gut durchkneten. Jetzt die Masse auf das an der Kamera montierte Griffstück aufdrücken und mit dem Formen des Griff’s beginnen. Es bleiben etwa 30 Minuten um das Gummi grob in die Form zu bringen, die es später haben soll. Wer fingerfertig genug ist, hat nach den 30 Min. auch schon die Endform des Griff’s.

Sugru empfielt, die Masse etwa 12-24 Stunden aushärten zu lassen. Bei dieser doch recht dicken Schicht von Gummimasse kann ich sagen, daß man jetzt ca. 48 Stunden warten sollte, da die Masse sonst innen noch recht weich ist.

Jetzt die Griffschiene komplett abschrauben und mit dem auf dem Gehäuse klebenden Malerkrepp vorsichtig abziehen. Alle sichtbaren Klebestreifen entfernen. Nun hat man eigentlich alle Freiheiten, was das spätere Aussehen und die Form des Griff’s betrifft. Da jede Hand anders ist kann man jetzt noch die Größe und Form des Griffstücks anpassen, sofern das nicht schon beim Formen der weichen Gummimasse passiert ist. Mein Griffstück ist etwas voluminöser als das  Gegenstück an der X-T1. Bearbeiten lässt sich das Gummi mit einer Feile, grobem und feinem Schmirgelleinen. Bei mir war die Bearbeitung zum Schluss mit 400er Schmirgel.

Die fertige Griffschine

Die Oberflächenstruktur behält sehr lange diese durch das Schmirgelleinen geschaffenen Karakter einer sandgestrahlten Fläche. Sie greift sich auch nicht schneller ab, als die original Griffgummiflächen bei den Herstellern. Hier hat man aber noch den Vorteil, das man mit Schmirgelleinen inerhalb weniger Minuten wieder den Ursprung herstellen kann, was bei einer Gummi-Ledermaserung schwerlich möglich ist.

Jetzt mal noch ein paar Worte zur korrekten Griffhaltung dieser Kamera-Griff-Kombi. Immer wieder liest man in den diversen Foren, daß manche Nutzer mit der Ausführung des Griff’s (das betrifft sowohl den kleinen wie auch den goßen Griff an der X-T1 wie auch an der X-T2) nicht zurecht kommen. Es wird bemängelt, daß der Griff für drei Finger zu kurz ist und sich garnicht greifen lässt. Dazu kann ich nur eines sagen; wer diese Griffhaltung in der Form moniert, greift die Kamera schlicht und einfach falsch. Das ist so garnicht gedacht. Ein Anfassen, wie man es üblicherweise von allen Kameras mit integrierten Griffen gewohnt ist, erfordert eine völlig andere Position des Auslösers. Daher war zum Beispiel bei der Olympus E-M5 I ein zusätzliche Auslöser oben auf dem Griffstück. Hier bei dem Griffstück der Fuji greift der Mittelfinger von oben über den Zusatzgriff, der genau für diese Griffhaltung geformt ist. Diese Handhaltung bringt sogar eigentlich eine ergonomischere Haltung der Hand gegenüber den gewohnten Lösungen, da die Hand in dieser Position nicht mehr soweit abknickt. Das mag bei einer Haltung der Kamera vom Körper weg nicht spürbar sein, bei der Kamera vor dem Auge merkt man es jedoch recht deutlich (wenn man drauf achtet)

 

 

 

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