Auslöser zum filmen mit DSLM

Seit einiger Zeit benutze ich meine  Fuji X-T2 (vorher auch die Olympus E-M1), um gelegentlich Videos zu erstellen. Das funktioniert, wenn man kein weiteres externes Zubehör an der Kamera verwendet ganz ordentlich. Da auch bisher keine speziellen Cine-Objektive verwendet werden, wird die Scharfstellung der verwendeten Objektive bis auf wenige Ausnahmen eher dem Autofokus überlassen, wobei der Autofokus bei mir ohnehin selten zu Einsatz kommt, da ich gerne mit einer festen Einstellung eine Szene komplett durchfilme. Das bedeutet, daß beim Start der AF (oder die manuelle Scharfstellung) einmal aktiv wird und dann die jeweilige Szene mit dieser Einstellung erstellt wird. Der Grund ist einfach der, daß ich es gruselig finde, wenn der Fokus per C-AF wärend des Filmens dauert nachstellt und und die Schärfeebene dadurch sichtbar wandert. Ich habe bisher leider (bis auf spezielle Videokameras) noch keine DSLR/DSLM gesehen, die das vernünftig hin bekommt. Bei mir kommt noch dazu, daß ich das Meiste alleine mache, also die Scharfstellung wärend des Filmens garnicht kontrollieren kann, da ich eher vor und nicht hinter der Kamera rum laufe.

Damit sind wir auch schon beim ersten Problem. Durch die Art meiner Filmerei ging mir dann und wann durch die Lappen das manche Einstellungen mit der Schärfe schon mal daneben lagen. Das ist mit dem „kleinen“ Display der Kameras auch in sofern schlecht zu kontrollieren, da man beim Einrichten die Schärfe (gewohnt durch’s fotografieren) doch schnell mal wo anders hinlegt, als es die Szene tatsächlich erfordert. Auch benutze ich gerne zu Beginn den AF zu Scharfstellung und wenn das dann nicht genau auf dem erforderlichen Punkt sitzt, geht einem das bei dem kleinen Display schnell mal durch die Lappen. Das war dann der Grund, einen externen Monitor (hier ein 7″) anzuschaffen. Jetzt kann man die Dinger zu Befestigung an der Kamera zwar mit dem in der Regel beiligenden Zubehör auf dem Blitzschuh befestigen, eine vernünftige Lösung ist das aber nicht. Eines ist noch wichtiger: Ein Klemmhalter für den HDMI-Stecker in der Kamera! Das ist fast zwingend, da hier sonst auf Grund der Ausführung von Stecker und Buchse ein Schaden innerhalb kürzester Zeit vorprogrammiert ist. Diese Klemmhalter sind aber an den Kameras praktisch nie vorgesehen (die Fuji GFX hat einen). Das lässt sich eigentlich nur mit einem Kamera-Cage umsetzen. Hier bieten diverse Hersteller für viele gängige Kameras entsprechendes Zubehör an. Für die Fuji X-T2 gibt es zwei Hersteller. Einer (auch in meinem Fall) ist Smallrig. Für die X-T2 gibt es den Käfig für Kamera’s mit und ohne Batterie-Zusatzgriff.

Mit diesen „Kamera-Käfigen“ ist es möglich, beliebiges Zubehör vernünftig und vor allen Dingen stabil zu befestigen. Auch für den zusätzlichen Monitor gibt es die verschiedensten Möglichkeiten.

Nach der Montage des Käfig’s sieht man aber schon das nächste Problem: Die Betätigung des Kamera-Auslösers (roter Pfeil). Dabei spiel es auch keine große Rolle, was da alles an zusätzlichen Teilen montiert ist. Der Käfig ist zwar für die Kamera konstruiert und auch gefertigt (inkl. Aussparung für den Auslöser), aber eine Bedienung funktioniert da mehr schlecht als recht. Es spielt hier ja auch keine Rolle, ob man mit einem AF-Objektiv filmt, manuell oder mit Follow-Fokus scharf stellt, an den Auslöser muss man immer.

Hier mal ein paar Worte zum Fokussieren mit einer Rig und einer Follow-Fokus-Einrichtung. Das macht für mich eigentlich nur Sinn bei Objektiven mit mechanischer Schärfeeinstellung. Oder eben alle Cine-Objektive. Fast alle AF-Objektive haben heute eine Schärfeeinstellung, die die Schärfeverstellung beim Drehen am Fokusring per Drive by Wire überträgt. Eine genaue Positionierung des Schärferings ist damit nicht möglich, somit auch keine exakte Wiederholung des Schärfepunkts. Das Fuji XF 1.4-23 ist eins der wenigen Objektive, bei dem das funktioniert.

Jetzt aber wieder zurück zu meinem „Auslöser-Problem“. Da ich ja, wie schon eingangs erwähnt, gerne den AF mit benutze, kommt hier ein spezieller Video-Auslöser nicht in Frage, da diese in aller Regel keine Zweistufenauslösung haben, also ungeeignet sind. Kabelauslöser gibt es ja einige am Markt. Ebenso Ausführungen mit Funkübertragung. von den Dingerm hab ich ja noch so einige in meinen Restekisten liegen. Jetzt könnte ich ja zum Beispiel so einen Funkauslöser verwenden und das Empfangsteil, welches ja auch per Kabel mit der Kamera verbunden wird als normalen Kabelauslöser verwenden und auf den Käfig stecken. Das hätte noch den Vorteil, daß die Kamera dann auch noch per Funk gestartet und gestoppt  werden könnte. Wäre also „eine“ Lösung“.

Jetzt habe ich den Griff oben auf dem Käfig aber nicht nur einfach so montiert, sondern weil ich damit die Kamera, vernünftig ausbalanciert, auch mal Bodennah führen oder für änliche Zwecke einsetzten kann. Da wäre so ein Auslöserkasten hinten an der Kamera eher unpraktisch. Also mal wieder Säge, Feile und Lötkolben ausgepackt. Erst einen alten Kabelauslöser zerlegt, Platine mit Taster und Buchse zerkleinert und zusammen gelötet, aus einem alten Funkempfänger Tastknopf und Abdekung angepasst und dann das ganze zusammen gefriemelt.

Nun lässt sich dieser kleine „Auslöserknubbel“ vorne oder hinten aufstecken oder auch in der Hand nutzen und nimmt eigenlich keinen zusätzlichen Platz in Anspruch. Dadurch, daß das Anschlusskabel nicht fest mit dem Auslöser verbunden sondern gesteckt ist, kann z. Bsp. jederzeit zwischen diesem oder dem Funkempfänger gewechselt werden ohne das man das Anschlusskabel aus der Kamera ziehen muss.

Na ja, ein paar Reste bleiben leider auch übrig 😉 

Eigentlich ist es schon verwunderlich, das bisher kein Hersteller Auslöser speziell zu Verwendung von DSLR/DSLM in Vebindung mit Filmzubehör anbietet (nichtmal die Chinesen). Vereinzelt gibt es (für Sony) Holzgriffe zum Anschrauben an die Kamerakäfige in denen eine Auslösetaste integriert ist. Mal schauen was der Markt da in nächster Zeit noch so zu Vorschein bringt.

 

 

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