Steck-Filtersystem 100mm (LEE) etwas modifiziert (aktualisiert 07.02.2018)

Filter sind in der Fotografie und auch bei der Filmerei praktisch nicht wegzudenken. Jeder kennt warscheinlich Aufnahmen von fließendem Wasser. Spätestens da geht nix mehr ohne Filter. Allerdings gibt es bei Filtersystemen eine schier endlose Auswahl, bei denen Schraub- und Steckfilter wohl am häufigsten benutzt werden. Schraubfilter haben gegenüber Steckfiltern den Vorteil, daß sie doch erheblich weniger Platz zum Transport in der Fototasche benötigen. Man benötigt zwar auch hier diverse Adapter für seine Objektive, aber das bleibt in der Regel bei drei bis vier. Hier macht es Sinn, den/die Filter immer mit dem Gewinde des größten Objektiv’s zu kaufen. Allerdings ist bei Extrem-Weitwinkelzoom’s von div. Herstellern der Einsatz von Schraubfiltern oft garnicht möglich oder man muss hier auch mit eheblich größenen Filtern agieren, um Vignetierung zu verhindern. Spätestens bei Einsatz von Verlauffiltern ist es mit Schraubfiltern eigentlich vorbei. Schließlich ist es bei diesen Filtern fast immer nötig, diese nach unten oder oben zu verschieben und das geht nur mit Steckfiltern. Aurora Aperture hat zwar gerade eben erst einen Vario-ND-Verlauf-Schraubfilter vorgestellt, der beim Verdrehen nur die obere Bildhälfte abdunkelt, aber die Geschichte steckt noch in den Kickstarterschuhen und wird auch recht teuer. Also Steckfilter.

Steckfilter gibt es in unterschiedlichen Größen. NISI bietet alleine Filterbreiten von 70, 100, 150 und 180 mm an. bei den Anderen Herstellern (wie Cokin, USM, Haida, ZOMI u.s.w.) auf dem Markt sieht das ähnlich aus. Lassen sich die Filterscheiben der Hersteller noch untereinander austauschen, sieht das bei den Filterhaltern und den Objektivadaptern schon wieder anders aus. Ausführungen aus Kuststoff, Aluminium, sehr filigran oder etwas massiver sind da zu bekommen. Die Filterhalter und die Adapter lassen sich hier nicht immer untereinander kombinieren. Letztendlich sollte man seine Vorlieben und den Geldbeutel entscheiden lassen, für welchen Anbieter man sich entscheidet.

Bei den Qualitäten der Filter gibt es gravierende Unterschiede. Mit die beste Abbildungsleistung dürften Filter von Formatt-Hitech oder auch NISI bringen, allerdings merkt man das auch kräftig im Geldbeutel. Bei einem 100 mm ND-Filter sind da schnell mal mehr als 200€ fällig (Format-Hitech Firecrest). Filter von Haida sind da preislich sicher eher mal in der engeren Auswahl, ohne qualitativ größere Abstriche in Kauf nehmen zu müssen. Aber selbst Haida gehört nicht gerade zu den „Billig“-Teilen. Filter von bspw. ZOMI sind meiner Meinung nicht zu empfehlen.

Was die Filterhalter und die Adapter betrifft kann man eigentlich alles benutzen, Jeder Halter macht das was er soll mehr oder weniger gut. Wieviel Geld man ausgeben will/kann und wie gut die Teile hergestellt/verarbeitet sein sollen, muss jeder selbst entscheiden.

Am meisten verbreitet bei Steckfiltern dürfte das 100 mm System sein und da in der Regel das von LEE aus England. Der Filterhalter ist aus Kunststoff, relativ massiv (was durchaus Vorteile bringt) und mittlerweile von einigen (China)-Herstellern als Nachbau zu bekommen (ebenso auch die Adapter). Das die Nachbauten nicht unbedingt schlechter sein müssen, zeigt sich recht schnell. Bei den Filterhaltern liegt in der Regel noch Zubehör für dickere Filter (4mm) oder für eine dritte Filterscheibe bei.

LEE-Filterhalter etwa 80 €uro
FilterDude 21 Euro
NoName-Filterhalter 7 Euo
NoName Zubehör

Bei diesen drei Filterhaltern liegt der Unterschied zunächst mal an der Oberfläche. FilterDude (aus USA) und der NoName-Halter haben eine Oberfläche die einer Ledernarbung nachempfunden ist. Beim LEE-Halter ist es Sandstrahl-Optik, also etwas glatter. Bei den günstigeren Teilen ist nicht ganz so exakt entgratet worden. Das tut der Funktion aber keinerlei Abbruch. Die beiden günstigen Halter haben den Vorteil, daß man zum Umbau der Zubehörteile kein Werkzeug braucht, da diese mit kleinen Rändelmuttern verschraubt sind (auch die Kunststoffrändelmutter ist innen Metall). Beim LEE braucht man dafür einen Schraubendreher. Beim bearbeiten der Halter habe ich den Eindruck gewonnen, daß sowohl der LEE-Halter wie auch das NoName-Teil aus dem qualitativ gleichen Kuststoff gefertigt sind. Wenn man sich den Filterhalter von FilterDude und den NoName-Halter anschaut, kommt man schnell zu dem Schluss, das diese beiden Halter aus ein und der selben Kunststoff-Spritzmaschine kommen…….  Um nochmal auf das verwendete Material zu kommen; auch ich bin ein Fan von CNC-gefertigten Teilen. Auch Filterhalter gibt es aus CNC-gefertigtem  Aluminium. Sie sehen toll aus. Jetzt aber zu den Nachteilen: Aluminium ist in diesem Fall sogar schwerer, im Winter kälter. Die (in der Regel) filigranere Bauweise sieht zwar ansprechender aus, hat aber auch einen gravierenden Nachteil: die Abdichtmöglichkeit zum Halter (bei starken ND-Filtern zwingend notwendig). Dazu weiter unten  mehr.

Dort gibt es dann auch noch ein paar Zeilen zu einem weiteren Filterhalter von SIOTI.

Zu den Adaptern:

Weitwinkel-Filteradapter

Adapter gibt es ab 46 mm bis 82 mm in der Ausführung Standard und Weitwinkel. Zu empfehlen ist eigentlich immer die Weitwinkelausführung um von vornherein die Gefahr von Vignetierung zu verringern. Das Schema unten soll das verdeutlichen:

Ein Standard-Adapter von LEE kostet im Schnitt knapp 30 €, ein WW-Adapter etwa 50 €!! NoName-Adapter vom freundlichen Chinesen bekommt man zwischen 4 € – 7 €. Die sehen nicht nur genauso aus, sondern funktionieren auch genauso gut. Wie weit jeweils die Geldbörse geleert wird, kann sich jeder für seine Anwendungszwecke selbst ausrechnen.

LEE Standard-Adapter
LEE WW-Adapter

So ganz frei von kleinen Unzulänglichkeiten sind aber auch die LEE- (NoName) Filterhalter nicht. Das betrifft aber auch die weiteren Hersteller. Ein Problem ist zum Beispiel, daß die Halter auf den Adaptern nicht spielfrei geklemmt werden. Man kann sogar sagen, es klappert ein wenig. Das betrifft alle beschriebenen Halter und auch alle Adapter, egal ob NoName oder Lee. Abhilfe schafft in meinem Fall ganz einfaches einseitig klebendes Fensterdichtband (Moosgummi) von 1mm Stärke. Ganz schmale Streifen scheiden und diese 90° versetzt von dem Klemmriegel auf die Auflage für den Adapter kleben (nicht neben und gegenüber des Riegels). Damit wird der Halter auf dem Adapter spielfrei geklemmt und das Moosgummi hemmt gleichzeitig ein wenig ungewolltes Verdrehen des Filters.

Moosgummistreifen
Moosgummi auf dem NoName-Halter
Moosgummi auf dem LEE-Halter

Ein weiteres Problem ist (zu mindest für mich), daß sich der Filterhalter auf dem jeweiligen Objektiv recht schnell ungewollt verdreht. Ist das bei einfarbigen Filtern eigentlich ohne Belang, kann das bei Verlauffiltern schon mal etwas nerven. Ein ND-Verlauffilter soll z.Bsp. wenn er einmal im richtigen Winkel auf den Horizont eingerichtet ist, nicht bei der kleinsten Berührung aus der festgelegten Einstellung verschwinden. Also muss eine Klemmung her. Dazu noch eine Anmerkung von LEE; Sie beschreiben die Klemmung an ihrem Halter, es würde bei einem stärkeren Anstoss vom Adapter springen können und so Beschädingungen von Objektiven vorbeugen/verhindern. Also wenn ich ehrlich sein soll: es ist mir egal. Davon abgesen ist diese Funktionsweise eher fragwürdig.

Also bauen wir uns eine Klemmschraube, da es sowas (zu mindest in dieser Ausführung) nicht gerade um die Ecke zu kaufen Gibt. Und irgend wie soll es ja ein wenig zur Ausführung der Halterklemmung passen.

Einen 100 mm Halter (aus Aluminium), der sich nicht verdreht da er nicht mit Federkraft geklemmt wird, sondern mit einer Klemmschraube bekommt man von SIOTI. Mehr dazu weiter unten.

 

Edelstahlschrauben M3x25 sind z.Bsp. im 100er Pack für 4-5 € zu bekommen. 20 Alu-Rändelmuttern für 4 €. Na ja, den passenden Kleber hat man schon mal im Kühlschrank stehen 😉 .

Schraube M3x25 und Rändelmutter
Schraubenkopf entfernt, Rändelmutter gekürzt
Kleber
Endergebniss
Nicht gerade sehr groß

Soo, nun muss die entsprechende Bohrung noch in die Filterhalter. Dazu bohren wir in den Halter an  beschriebener, auf dem Foto unten ersichtlichen Position ein 2,5 Ø Loch. Jetzt ist es so, daß die meisten M3 Gewindebohrer auf so eine Länge nicht durchgehend Gewinde schneiden können. Sie sind einfach zu kurz. Die komplette Bohrung mit Gewinde braucht man aber garnicht. Mit einem 3mm oder 3,5mm Ø Bohrer Das Loch etwa 5mm tief aufbohren und dann klappt das auch mit dem Gewindeschneiden.

Position/Winkel der Bohrung M3

Der Winkel muss jetzt nicht so exakt sein, Wichtig ist lediglich, daß die Bohrung zwischen den beiden Klemmnocken fluchtet

Ohne Schraube
mit Klemmschraube

Die Klemmung in dem Klemmprofil des Adapters sitzt etwa so wie unten auf dem Foto schematisch dargestellt:

Klemmschema

Ein weiteres Problem, welches bei Verwendung von Schraubfiltern eher weniger zum Tragen kommt, ist die Benutzung von Gegenlichblenden in Verbindung mit Steckfiltern. Normale Gegenlichtblenden lassen sich hier nicht mehr verwenden. Da Filter (vor allem ND-Filter) sehr häufig in der Natur bei hellen Lichverhältnissen eingesetzt werden, ist eine Gegenlichblende schon fast Pflicht. Da ist die Auswahl aber schon mehr als bescheiden. Die kleineren Systeme bieten schon mal so Plastikteile an, die man vorne auf den Filterhalter klemmen kann (z.Bsp. Cokin P). Bei den 100er Systemen kenne ich eigentlich nur die von LEE (Lens-Hood standard und Lens-Hood WW)

LEE Lens-Hood standard
LEE Lens-Hood standard
Klemmung an der Lens-Hood

Bei der Verwendung einer Lens-Hood kommt die Klemmschraube besonderst zun tragen, da sich dieses Teil noch schneller verdrehen kann als der normale Filterhalter. Und diese Gegenlichtblene sollte schon auf Grund ihrer Form immer in der richtigen Position sitzen.

Wenn man sich über die Anschaffung eine solchen Kompendiums Gedanken macht, sollte man darauf achten, das es auch noch eine ältere Version auf dem Markt gibt. Diese ist ohne Filtereinschübe, hat dafür Klammern die man dann in einen Filterhalter schiebt. Das hat allerdings den Nachteil, daß diese Kombination wesentlich länger nach vorne baut und es dadurch schon bedeutend früher zu Vignetierungen kommen kann. Auch bei weniger weitwinkligen Optiken. Im übrigen ist der Frontrahmen der „alten“ Ausführung aus einer Art Presspappe, also relativ labil. Davon abgesehen lässt sich diese Version auch nicht so gut einrichten. Die „Neue“ hält immer genau dort die Form in die man sie schiebt.

LEE Lens-Hood alte Ausführung

Als nächtes soll mal die Möglichkeit, zwei Filterhalter zu kombinieren betrachtet werden. Das mach dann Sinn, wenn mehrere Verlauffilter eingesetzt werden sollen, diese aber nicht auf dem gleichen Winkel eingesetzt werden, also verdreht gegeneinander. Das geht nicht mit einem Filterhalter, wohl aber mit einem Tandem-Ring. Auch hier ist aber die Gefahr von Vignetierung wieder sehr groß, da diese Kombination sehr weit nach vorne baut. Bei Landschaftsfotografie, in denen viel und gerne WW-Objektive benutzt werden, ist diese Zusammenstellung eher kritisch. Bei Einsatz dieses Tandemrings darf der vordere Filterhalter keine hintenliegenden Klemmmuttern haben (wie bei den No-Name-Haltern oder Filter-Dude). Diese Muttern würden ein Verdrehen der zwei Halter gegeneinander unmöglich machen. Dieser Tandemring kostet regulär 30 €. Das ist in Anbetracht dessen, was man als Gegenwert bekommt schon ziemlich dreist. Er besteht aus relativ nachgiebigem, sehr schlecht verarbeitetem Kunsttoff. Würde es diese Teil von den „freundlichen Chinesen“ geben, würde ehr warscheinlich für max. 2,50 € angeboten. Leider gibt es zu diesem Tandemring keinen alternativen Hersteller.

LEE Tandem-Ring

Jetzt möchte ich noch auf den Einsatz von Schraubfiltern im Filterhalter eingehen. Ja, jetzt bin ich doch wieder bei Schraubfiltern. Bei einen Einsatztgebiet sehe ich die Kombination mit Steck- und Schraubfiltern klar als Favorit. Beim Einsatz von Polfiltern. Hier gibt es zwei Möglichkeiten (eigentlich drei). Die Erste ist ein Filter-Einschub mit Gewinde. Mindestens 82mm Filtergewinde sollte es dann allerdings schon sein. Es gibt diesen Adaptereinschub meines Wissens noch in 77mm. Selbst bei 82 mm ist ein Vignetieren schon fast vorprogrammiert. Das Funktioniert eigentlich nur noch mit recht kleinen Objektiven bzw. kleinem Filtergewinde am Objektiv. Desweiteren belegt dieser Filteradapter bei eingeschraubtem Filter zwei Einschübe. Damit ist man gezwungen, bei zusätzlicher Verwendung eines Einschubfilters (dafür hat man ja eigentlich dieses System) den Filterhalter auf drei Einschübe umzubauen. Damit wird die Gefahr des Vignetierens weiter erhöht.

Einschraubadapter 82mm

Eine m.M. bessere und elegantere Lösung ist der Einsatz eines 105mm „Accessory-Ring“. Zu mindest heißt der bei FilterDude so. Bei LEE nennt sich dieses Teil „105mm Polariser Accessory Ring“. Beide erfüllen den gleichen Zweck, nur sind die Preise sind unterschiedlich. LEE ruft dafür 50 € auf, bei Filterdude sind 24 € fällig. Jetzt könnte man sagen, vernünftige 105 mm Polfilter machen auch recht rasant den Geldbeutel leer. Das stimmt soweit. LEE ruft für ihren speziell darauf abgestimmten Polfilter über 200 € auf. Bei anderern Herstellern sind auch schnell mal 300 € fällig. Ab und zu bekommt man aber z.Bsp. einen Haida Pro II auch schon mal für gut 100 €. Und der ist duraus zu gebrauchen. Setzt man jetzt mal in Relation, das man bei generellem Einsatz von Schraubfiltern auch eine gewisse Qualität erwartet und eigentlich auch einen 72mm Filter benötigt um alle Objektive abzudecken, wird es nicht wesentlich günstiger.

LEE Filters 105mm Polariser Accessory Ring
FilterDude 105mm Accessory Ring
FilterDude 105mm Accessory Ring montiert
FilterDude 105mm Accessory Ring mit montiertem Filter

Hier ist der Haida Pro II slim Polfilter montiert. Der speziell für diese Anwendung angebotene Filter von LEE ist etwa dreimal so dick. Das mag sich zwar besser bedienen lassen, birgt aber da die Filter sowieso schon ganz vorne sitzen, eine ehöhte Gefahr von Vignetierung. Daher habe ich mich bewusst für eine „Slim“-Variante entschieden. In dieser Ausführung ist bei einem 10-24 APS-C (also 15mm KB) noch keine Vignetierung zu erkennen.

Haida Pro II Slim

Es gibt natürlich auch noch die Möglichkeit, einen Polfilter als Einschubfilter zu verwenden. Das funktioniert aber nur bedingt mit einer „Lens-Hood“ bzw. dann nur mit einem weiteren Filterhalter und einem Tandem-Ring. Auch bei Verwendung eines normalen Filterhalters muss spätestens bei einem zusätzlichen Einsatz eines Verlauffilters dann wieder ein zweiter Halter mit Tandem-Ring her. Für mich wäre das keine Option.

Jetzt mal noch ein paar Worte zum Einsatz von kräftigen ND-Filtern als Einschubfilter. Bei diesen Filtern ist es praktisch unabdingbar, dafür zu sorgen das kein Fremdlicht zwischen Filter und Objektiv eindringen kann. Bei Schraubfiltern gibt es das Problem nicht, bei Steckfiltern schon. Bei einem Filter ND2 oder ND4 oder auch bei Verlauffiltern fällt das noch nicht in’s Gewicht, wird es dunkler ist eine Abdichtung von nöten. Aus diesem Grund haben die verschiedenen Hersteller Ihre Filter (teilweise) mit Schaumstoffabichtungen versehen. Damit komme ich wieder zu dem anfangs gesagten; die recht massive Bauweise des LEE-Systems. Zum einen ist der Rahmen des Filterhalters recht breit, zum anderen ist die Fläche der Objektivadapter exakt gleich hoch, was die Abdichtfläche für die jeweilige Schaumstoffabdichtung nochmal erhöht. Bei dem Filterhalter von Haida ist das bspw. nicht so.

Natürlich könnte man sich jetzt fragen, warum die Schaumstoffabdichtung nicht direkt auf dem Filterhalter aufgebracht wird? Darüber habe ich auch nachgedacht, es aber verworfen. Der Grund ist einfach. Ist der Schaumstoff direkt auf dem Filterhalter, wird bei jedem Filter die Filterfläche quasi immer komplett über den Schaumstoff gezogen. Da der Schaumstoff aber geradezu prädestiniert für das aufsammeln von Staub und Schmutzpartikeln ist, kann man sich ausrechnen, wie lange die Filter ohne Kratzer oder Beschädigungen bleiben. Bei der Montage des Schaumstoff direkt auf dem Filter passiert da nix. Allerdings sollte man nicht unbedingt zwei Filter mit Schaumstoff gleichzeitig verwenden….

Als Beispiel unten mal ein Filter mit Abdichtung (hier von NISI)

NISI ND-Filter mit Abdichtung

Diese Abdichtung ist noch recht großzügig ausgeführt, bei anderen Herstellern ist es schon weniger. Der Haida Filterhalter zeigt, daß es da schon Probleme mit der Abdichtung geben kann. Bei diesem doch sehr filigran aufgebauten Filterhalter funktioniert nicht jede Schaumstoffabdeckung von jedem Hersteller.

A) ist die recht breite Auflagefläche des Filterhalters. B) ist die gesammte Auflagebreite (abhängig vom verwendeten Adapter)

Auflagebreite des Halters
Haida 100 Filterhalter

Der Haida Filterhalter soll nur als Beispiel dienen. Es gibt noch weitere Hersteller, die ihre Filterhalter recht filigran ausführen. Das zeigt eigentlich nur, daß die Bauweise des LEE-Halters mit allen Abdichtungsformen zurecht kommt. Anders herum eher weniger. Damit stellt sich die Frage: Lieber optisch ein Highlight oder eher etwas massiver? Normalerweise bin ich auch eher für filigrane und optisch ansprechende Bauweis aber in diesem Fall eher für die massivere Variante.

Da der Filterhalter von SIOTI der Ausführung des Haida-Filterhalters sehr ämlich ist, möchte ich diesen Halter als Vergleich zu Anschauung der Schaumstoffabdekung hier mit rein nehmen. Unten also die beiden Halter von Haida und SIOTI

Haida und SIOTI-Filterhalter

Sehr gut zu sehen ist auf den unteren Abbildungen, wie sich bei einer massiven bzw. filigranen Bauweise eines Filterhalters die Abichtung der Schaumstoffdichtungen verhält. Bei dem massiven Rahmen des LEE-Filterhalters ist die Schaumstoffdichtung praktisch immer gewährleistet. Bei der filigranen Bauweise rechts ist die Gefahr groß, dass Fremdlicht an den Ecken eintritt (Pfeile). Ist die Lichtquelle im Rücken, (was man ja in der Regel immer versucht) hat man ganz schnell Lichtspiegelungen im Objetiv. Daher ist die Abdichtung mit passenden Schaumstoffdichtungen eigentlich bei allen Filtern zu empfehlen und nicht nur bei starken ND-Filtern. Recheck-Verlauffilter sind davon ausgenommen, da dies nicht funktionieren würde.

Halter jeweils mit montiertem Filter und Schaumstoffabdichtung
Halter jeweils schematisch mit Objektivadater

Die Objektiv-Adapter von SIOTI sind kompatibel mit den Haltern von LEE usw. nicht aber mit Haida, NISI oder Formatt-Hitech. Die Adapter von SIOTI erlauben zudem den gleichzeitigen Einsatz von Schraubfiltern. (je nach größe des Adapters bis max. 82 mm. Leider sind bei den unterschiedlichen Gewinde-Objektiv-Adaptern z.T. auch unterschiedliche Gewindegrößen vorhanden. eigentlich hätte man hier grundsätzlich das größte Gewinde an allen Adaptern fertigen können….. . In der Ausführung sind bei Verwendung schon wieder mehrere Filter nötig.

 

Links SIOTI mit zusätzlichem Filtergewinde (67mm – 72mm)

Das erlaubt wie gesagt die gleichzeitige Verwendung von Schraubfiltern (Polfilter) und Steckfiltern, was die Kosten für die Schraubfilter in grenzen hält. Diese Anwendung hat allerdings auch einen gravierenden Nachteil; der Einsatz von extremeren WW-Objektiven wird hier stark eingeschrenkt.

Einsatzt von Schraubfilter im SIOTI-Halter
Einsatz von Schraubfilter im LEE-Halternachbau
Schraubfilter und Steckfilter gleichzeitig

Nicht kompatibel mit dem SIOTI-Halter sind die 105er Filtergewinderinge von LEE oder FilterDude.

Haida hat mittlerweile zwei neue Halter (Pro-Versionen) bei denen ein jeweils eingesetzter Polfilter (82 und 86mm) über Schieber bzw. Rändelrad von ausen eingestellt werden kann. Die Teile sind sehr gut gefertigt, allerdings ist das Einsetzen bzw. Entfernen der Filter ein wenig fummelig (bei der zweiten Version noch fummeliger). Ich möchte mich aber hier auf die Halter beschränken, die mit den beschriebenen Objektiv-Adaptern austauschbar sind.

 

Zum Schluss noch ein kleines Video dazu:

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