„Werk Tanne“ Ehemalige Sprengstoff-Fabrik Clausthal-Zellerfeld

Am Stadtrand von Clausthal-Zellerfeld befindet sich eine ehemalige Sprengstoff- und Granaten-Abfüll-Fabrik, welche schon weit vor Beginn des zweiten Weltkriegs als sogenannte Schläferfabrik gebaut und fertig gestellt wurde.

Zu Beginn der Fabrikanlagen wurde das Werk (auch für die Clausthal-Zellerfelder) „Schokoladenfabrik“ genannt, da der ware Zweck nicht bekannt werden sollte. Mit einer Fläche von etwa 120 Hektar war die Sprengstoff-Fabrik die 5. größte des damaligen Reichs. Baubeginn war 1935, Fertigstellung 1938.

Über 200 Gebäude standen auf dem Areal. Kesselhäuser, Hallen für Säureherstellung und Bearbeitung sowie TNT-Abfüllanlagen gehörten ebenso dazu wie Werkstätten, Lokschuppen oder auch Fahrradgaragen. Fast alle wichtigen Gebäude wurden mit gezackten Flachdächern und Pflanzebewuchs versehen, um einer Luftaufklärung vorzubeugen.

Etwa 2500 Arbeiter/innen waren in diesem Werk beschäftigt und wohnten zum Teil auf, zum Teil neben dem Fabrikgelände in einem extra dafür neu gebauten Wohnareal. Gegen Kriegsende wurden die Arbeitskräfte knapp, da diese an die Kriegsfronten verlegt wurden. Ersetzt wurden sie durch Arbeiter aus anderen besetzten Ländern bzw. russische und polnische Zwangsarbeiter.

Wärend der gesamten Betriebszeit wurden ca. 105.000 Tonnen TNT hergestellt, was etwa 14% der gesamten damaligen Herstellung entsprach. Etwa 250.000 Granaten und Bomben sowie ca. 20.000 Mienen betrug die monatliche Herstellungskapazität.

Für die Hertellung von TNT fielen riesige Mengen von Nitriersäure an. Diese Säure wurde nicht nur zum Problem für die Gesundheit der Beschäftigten (was aber damals niemanden interessierte), sondern führte auch zu einem erheblichen Problem der Entsorgung. Auf Grund der schlechten Aufnahmefähigkeit des Erdbodens musste der Plan die Säure einfach in den Boden abzugeben fallen gelassen werden. Das dennoch große Mengen der verschiedenen hochgiftigen Stoffe in den Erdboden gelangten, ist noch heute ein größeres Problem. Die Bodenbeschaffenheit und und auch das Grundwasser rund um das Areal sind auch heute noch mehr als grenzwertig.

Wer sich mehr für diese Anlage interessiert, dem empfehle ich das Buch von Jani Pietsch –  „Sprengstoff im Harz“. Auch finden sich sehr gute und ausführliche Berichte im Internet

Gelände-Gebäudeplan Werk Tanne 

 

 

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