Ehem. Sonderwaffenlager Area One

Das Sonderwaffenlager Area One, auch bezeichnet als Area 1, Fischbach Army Depot (FAD), Munitionsdepot Fischbach Ordnance Depot“, War zu Zeiten des Kalten Krieges Waffenlager der NATO (North Atlantic Treaty Organization).

Es liegt im Pfälzer Wald zwischen den Orten Fischbach und Ludwigswinkel, bereits in der Nähe der französischen Grenze. Das gesamte Depot hatte seinerzeit eine Fläche von etwa 680 Ha, 44 Kilometer Straßen, 201 Gebäude, 96 Munitions-Lagerhäuser (Bunker), 31,7 km Zaun und 146 km Stacheldraht. Innerhalb des „Depots“ waren ebenso Bowlingbahn, Kino, Offizierskasino, eine Kirche, Reparaturhallen Soldatenunterkünfte und ein Feuerwehrstützpunkt vorhanden. Also eigentlich eine kleine Stadt für sich. Das Gelände des Hochsicherheitsbereich Area One hat davon eine Fläche von etwa 17 Ha.

Area 1 Hauptgebäude mit Verwaltung, Anlagenüberwachung.

In den Jahren zwischen 1980 und 1991 lagerten in der Area 1 nukleare Artilleriegranaten, nukleare Pershing sowie LANCE-Sprengköpfe. In der North Area wurden konventionelle Artilleriemunition, Treibladungen, Munition für Kleinwaffen und während des Zweiten Golfkrieges auch Hellfire und Sidewinder-Raketen gelagert. Zwischen 1959 und 1977 diente auch Area 2 mit 13 Bunkern als Sonderwaffenlager. Die South Area war eine bewachte Zone bestehend aus 32 Bunkern, in der nach 1977 LANCE-Ersatzteile, LANCE-Raketenmotoren und Munition für Kleinwaffen eingelagert wurden. Sonderwaffen und Raketenmotoren wurden in Area 3 gewartet. Nach dem Umbau des Fischbach Ordnance Depots diente ausschließlich Area 1 zur Lagerung von Sonderwaffen und Area 2 lediglich noch als Übungsplatz. Die South Area wurde als Lagerraum für Ersatzteile und Raketenmotoren für die Kurzstreckenraketen LANCE genutzt, die bereits betriebsfertig gelagert wurden, das heißt mit dem hochgiftigen Treibstoff Hydrazin und rauchender Salpetersäure befüllt.

Unter dem Begriff „Fischbach Ordnance Depot“ wird die Summe aller Bereiche des Depots verstanden. Dazu zählen der Verwaltungsbereich, der heute als Gewerbepark genutzt wird und der Lagerbereich. Vom Lagerbereich trennt sich die „South Area“ ab, die unterteilt werden kann in die Hochsicherheitsbereiche „Area 1“, „Area 2“ und „Area 3“.

Am 1. April 1955 wurde das Gelände von den US-Amerikanern beschlagnahmt und offiziell von der Bundesrepublik enteignet. 1956 wurde mit dem Bau des „Fischbach Ordnance Depots“ begonnen, das bis 1991 immer wieder umgebaut wurde. Die ersten 13 Munitionslagerhäuser wurden schon Anfang der 1950er Jahre errichtet. 1957 existierten bereits 85 Bunker, die seit 1959 zum Teil als Sonderwaffenlager genutzt wurden

Bis 1993/94 wurde das Depot von den US-Streitkräften komplett geleert und im Herbst an die Bundesrepublik Deutschland zurückgegeben

Zum Erhalt des Hochsicherheitslagers wurde 2009 die Interessengemeinschaft IG Area One gegründet. Seit 2012 veranstaltet der Verein jährlich am „Tag des offenen Denkmals“ Events mit Führungen und Ausstellungen. 2014 wurde damit begonnen das ehemalige Wachgebäude der Area 1 verkehrssicher zu machen.

Die Gemarkung der Area One ist seit 2012 als Denkmalzone ausgewiesen. Auf diesem Gelände kann man sehr gut erleben, wie sich die Natur langsam alles zurück holt. Der ehemalige Löschteig ist mittlerweile ein Biotop, in dem Schilf wächst und sich unterschiedlichste Tiere tummeln. Auch wird das Areal zum Teil zur Heidelandschaft und Herberge unteschiedlicher unter Schutz stehender Pflanzen und Tiere.

Die Gegend um Fischbach/Ludwigswinkel ist ein ausgesprochen schönes Wandergebiet im Pfälzer Wald. Viele Wandertouren sind hier sehr gut ausgeschildert. Es bietet sich an, einen Besuch auf dem Gelände der Area 1 mit einer Rundwanderung zu verbinden. Eine passende Wanderung hatte ich ja bereits vor längerer Zeit in meinem Beitrag über den Rumberg-Steig beschrieben.

Hier gibt es ein kleines Video zu sehen:

Eine Bildergalerie:                                    

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